Kontakt aufnehmen – so funktioniert der erste Schritt

Wer sich für Schlaraffia interessiert, steht oft erstaunlich schnell vor einer ganz praktischen Hürde: Wie nehme ich eigentlich Kontakt auf? Nicht, weil das besonders kompliziert wäre, sondern weil man etwas nicht kennt und ungern mit der Tür ins Haus fallen möchte. Viele denken dann sofort an die falschen Fragen: Muss ich mich bewerben? Muss ich schon wissen, ob ich Mitglied werden will? Muss ich besonders förmlich schreiben? Oder sogar schon die Schlaraffensprache kennen?

Vignette: Kontakt aufnehmen – schreiben oder anrufen

Die kurze Antwort lautet: Nein.

Wenn du Schlaraffia kennenlernen möchtest, reicht zunächst eine schlichte, ehrliche und freundliche Nachricht. Kein Bewerbungsschreiben, kein Lebenslauf, kein rhetorisches Kunststück. Es geht im ersten Schritt nicht darum, dich perfekt zu präsentieren, sondern schlicht darum, den Kontakt zu einem Schlaraffenverein herzustellen und offen zu sagen: Ich würde mir das gern einmal anschauen.

Du musst keine perfekte Anfrage formulieren

Viele Menschen schieben eine erste Nachricht unnötig lange vor sich her, weil sie glauben, sie müssten dafür schon die richtigen Worte kennen. Dabei ist genau das gar nicht nötig. Die meisten Schlaraffenvereine erwarten keine kunstvoll formulierte Kontaktaufnahme, sondern eher etwas ganz Einfaches:

  • Wer bist du ungefähr?
  • Wie bist du auf Schlaraffia aufmerksam geworden?
  • Warum möchtest du dir das einmal anschauen?
  • Wohnst du in der Nähe oder bist du regelmäßig vor Ort?

Mehr braucht es im Kern erst einmal nicht.

Kontaktaufnahme ist keine Bewerbung

Das ist wichtig, weil es vielen unnötig Druck nimmt. Ein erster Kontakt zu Schlaraffia ist keine Bewerbung um einen Platz, sondern eine unverbindliche Anfrage, ob und wie man die Gemeinschaft kennenlernen kann. Du musst also weder jetzt schon wissen, ob das langfristig etwas für dich ist, noch musst du dich in irgendeiner Weise „würdig“ machen.

Im Gegenteil: Gerade weil Schlaraffia für viele Menschen zunächst ungewohnt ist, ist es völlig normal, mit einer offenen und vorsichtigen Haltung heranzugehen. Es reicht, wenn du ehrlich neugierig bist.

Was in eine erste Nachricht sinnvollerweise hineingehört

Eine gute erste Nachricht muss nicht lang sein. Es reicht völlig, wenn sie drei Dinge klar macht:

1. Dass du Schlaraffia kennenlernen möchtest

Das ist der Kern. Sag ruhig direkt, dass du auf den Verein aufmerksam geworden bist und Interesse an einem ersten Besuch oder einem Kennenlernen hast.

2. Woher dein Bezug kommt

Zum Beispiel:

  • du wohnst in der Nähe
  • du bist beruflich oder privat regelmäßig in der Stadt
  • du bist über die Website, eine Empfehlung oder einen Bericht auf Schlaraffia gestoßen

3. Dass du dich über eine Rückmeldung freuen würdest

Mehr braucht es für den ersten Schritt nicht.

Was du nicht leisten musst

Ebenso wichtig ist, was nicht nötig ist:

  • Du musst nicht erklären, warum du „würdig“ wärst.
  • Du musst keine Schlaraffensprache verwenden.
  • Du musst nicht schon wissen, wie eine Sippung genau abläuft.
  • Du musst keine halbe Biografie mitschicken.
  • Du musst nicht so tun, als seist du längst Insider.

Eine kurze, normale Nachricht ist meist besser als ein zu glattes Kunstprodukt.

Und wenn keine Antwort kommt?

Auch das sollte man nüchtern sehen. Schlaraffia ist kein durchorganisiertes Callcenter mit garantierter Reaktionszeit. Manche Reyche antworten sehr schnell, andere brauchen etwas länger. Manche werden organisatorisch stark von Einzelnen getragen, manche sind digital besser aufgestellt als andere. Wenn also nicht sofort eine Antwort kommt, heißt das nicht automatisch, dass dein Interesse unerwünscht wäre.

In so einem Fall gilt:

  • erst einmal etwas Geduld haben
  • nach einer angemessenen Zeit freundlich nachfassen
  • notfalls einen anderen nahegelegenen Standort prüfen

Ehrlichkeit schlägt Show

Wenn du unsicher bist, hilft eine einfache Regel: Schreib lieber ehrlich als geschniegelt. Ein Satz wie „Ich bin auf Ihre Website gestoßen und würde Schlaraffia gern einmal kennenlernen“ ist oft besser als eine künstlich aufgepumpte Nachricht, die schon beim Schreiben nach Bewerbung klingt.

Schlaraffia lebt nicht davon, dass jemand beim ersten Kontakt alles richtig macht. Im Gegenteil: Wer offen, freundlich und normal auftritt, gibt der anderen Seite meist genau das, was sie für eine erste Einschätzung braucht.

Der eigentliche Sinn der ersten Nachricht

Die erste Nachricht soll nicht schon alles klären. Sie soll nur den Weg öffnen. Der eigentliche Eindruck entsteht später: im Gespräch, beim Besuch, im persönlichen Erleben. Deshalb ist es gut, die erste Kontaktaufnahme nicht unnötig aufzublasen. Sie ist nur der erste kleine Schritt in eine Richtung, die man danach gemeinsam weiter anschauen kann.

Die ehrliche Kurzfassung

Wenn du Schlaraffia kennenlernen möchtest, brauchst du keine perfekte Kontaktanfrage. Eine kurze, freundliche und ehrliche Nachricht reicht. Sag, dass du interessiert bist, nenne kurz deinen Bezug zum Ort oder zum Thema – und frage unverbindlich nach einer Möglichkeit zum Kennenlernen.

Mehr muss der erste Schritt nicht leisten.

Nächster Schritt

Häufige Fragen

Wie läuft ein Besuch ab?
Man kommt als Gast, hört zu und schaut. Der Abend – die Sippung – hat einen festen, humorvollen Rahmen mit künstlerischen Beiträgen. Ein eigener Auftritt wird nicht erwartet.
Muss man etwas vortragen?
Nein. Beiträge sind willkommen, aber freiwillig. Als Gast darf man einfach zuhören.
Ist Schlaraffia ein Verein, ein Geheimbund oder etwas anderes?
Schlaraffia ist ein eingetragener Freundschaftsbund – kein Geheimbund. Die örtlichen Gemeinschaften sind Vereine, das gemeinsame Spiel gibt ihnen den besonderen Rahmen.
Warum ist die Sprache teilweise ungewöhnlich?
Die eigene Begriffswelt gehört zum spielerischen Charakter. Wichtige Wörter erklären wir im Glossar – man muss sie nicht vorher kennen.
Was ist ein Reych, eine Sippung, ein Einritt?
Ein Reych ist eine örtliche Schlaraffia-Gemeinschaft, eine Sippung ihr Vereinsabend, ein Einritt die Aufnahme eines neuen Mitglieds. Mehr im Glossar.
Können Frauen mitmachen?
Schlaraffia ist ein Männerbund. Was das bedeutet, erklären wir offen auf der Seite „Schlaraffia und Frauen“.
Spielen Politik, Religion oder berufliche Interessen bei Schlaraffia eine Rolle?
Nein – jedenfalls nicht als Zweck oder prägendes Thema des gemeinsamen Abends. Schlaraffia versteht sich bewusst nicht als politischer, religiöser oder geschäftlicher Zusammenschluss. Parteipolitische Debatten, religiös-weltanschauliche Auseinandersetzungen und berufliche Eigeninteressen sollen dort nicht den Ton angeben. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Humor, Kunst, Wortwitz und Gemeinschaft.
Wie schreibe ich einem Schlaraffenverein, wenn ich einfach nur neugierig bin?
Du musst keine perfekte Nachricht formulieren. Eine kurze, freundliche und ehrliche Anfrage reicht völlig aus. Schreib einfach, dass du auf den Verein aufmerksam geworden bist, Schlaraffia gern einmal kennenlernen würdest und dich über eine Rückmeldung zu einem möglichen Besuch freuen würdest. Mehr muss eine erste Nachricht nicht leisten.
Muss ich mich für einen ersten Besuch schon festlegen?
Nein. Ein erster Besuch dient gerade dazu, Schlaraffia überhaupt erst kennenzulernen. Du musst dich dabei weder zu einer Mitgliedschaft noch zu weiteren Schritten verpflichten. Erst wenn du nach mehreren Eindrücken merkst, dass dich die Gemeinschaft wirklich interessiert, stellt sich die Frage nach dem weiteren Weg.
Was passiert, wenn ich nach dem ersten Besuch merke, dass es doch nichts für mich ist?
Dann ist das völlig in Ordnung. Genau dafür gibt es die unverbindliche Kennenlernphase. Schlaraffia ist keine Pflichtveranstaltung, sondern ein Angebot zur Begegnung. Wenn du nach einem oder mehreren Besuchen merkst, dass Form, Menschen oder Atmosphäre nicht zu dir passen, musst du dich nicht rechtfertigen.
Wie lange dauert die Pilger- oder Kennenlernphase normalerweise?
Die Kennenlernphase folgt grundsätzlich einem festen Ablauf. In der Regel besucht ein Interessent Schlaraffia zunächst dreimal als Pilger. Wenn danach auf beiden Seiten grundsätzliches Interesse besteht, folgen weitere sechs Besuche als Prüfling. Erst danach steht die Frage einer Aufnahme im Raum. Insgesamt geht es also typischerweise um neun Besuche vor einer möglichen Aufnahme. Wichtig ist dabei: Diese Zeit ist keine Formsache, sondern eine echte gegenseitige Kennenlernphase. Der Interessent prüft, ob Schlaraffia, die Menschen und der jeweilige Verein wirklich zu ihm passen – und der Verein prüft umgekehrt, ob die Gemeinschaft menschlich und kulturell stimmig wirkt.