Was kostet das, wie verbindlich ist es und wie läuft ein Besuch ab?

Wer sich für Schlaraffia interessiert, hat meist zuerst keine philosophische Frage, sondern ganz praktische: Was kostet das? Muss ich sofort Mitglied werden? Was passiert bei einem ersten Besuch? Muss ich etwas können, etwas vortragen oder mich irgendwie verpflichten?

Die kurze Antwort: Die ersten Besuche sind in der Regel kostenlos und unverbindlich. Niemand muss beim ersten Abend alles verstehen, mitmachen oder sofort entscheiden. Schlaraffia lebt zwar von Regelmäßigkeit und Gemeinschaft, aber der Einstieg beginnt nicht mit Druck, sondern mit Neugier – und er ist bewusst als gemeinsame Kennenlernzeit angelegt, in der sich beide Seiten Zeit lassen.

Muss man sofort Mitglied werden?

Nein. Wer Schlaraffia kennenlernen möchte, beginnt normalerweise als Gast. Man schaut sich einen Abend an, bekommt einen ersten Eindruck und merkt ziemlich schnell, ob einen diese Mischung aus Humor, Ritual, Sprache, Kultur und Gemeinschaft anspricht.

Das ist wichtig, weil Schlaraffia anders ist als viele Freizeitangebote. Man kann sie schlecht in drei Sätzen erklären. Man muss sie erleben. Ein einzelner Besuch ersetzt zwar noch kein echtes Verständnis, aber er zeigt, ob der Rahmen grundsätzlich zu einem passt.

Was kostet ein Besuch?

Das hängt vom jeweiligen Standort ab. Schlaraffia ist weltweit organisiert, aber die einzelnen örtlichen Gemeinschaften haben eigene Abläufe und Rahmenbedingungen. In der Regel sind die ersten Besuche sogar kostenlos und unverbindlich – man ist zunächst schlicht zu Gast. Genaue Kosten, Beiträge oder Verzehrregelungen sollten immer direkt beim jeweiligen Standort erfragt werden.

Wichtig ist: Schlaraffia ist kein teures Exklusivhobby. Es geht nicht um Status, Luxus oder Selbstdarstellung, sondern um Gemeinschaft, Humor, Kunst, Freundschaft und regelmäßige Begegnung.

Was kostet eine Mitgliedschaft?

Auch das ist je nach Standort unterschiedlich. In vielen Fällen bewegen sich Beiträge eher im Bereich eines klassischen Vereinsbeitrags als im Bereich eines teuren Clubs. Entscheidend ist aber nicht nur die Zahl auf dem Papier, sondern was dahintersteht: ein regelmäßiger Abend, ein fester Kreis, eine eigene Kultur, gemeinsame Erlebnisse und die Möglichkeit, mit der Zeit Teil einer Gemeinschaft zu werden.

Wer sich konkret interessiert, sollte daher nicht lange raten, sondern den passenden Standort kontaktieren. Dort lässt sich offen klären, welche Kosten entstehen und wie der Einstieg abläuft.

Wie verbindlich ist Schlaraffia?

Schlaraffia ist kein unverbindlicher Eventkalender, bei dem man alle paar Monate zufällig auftaucht und ansonsten nichts miteinander zu tun hat. Sie lebt von Wiederkehr, Beteiligung und gemeinsamer Kultur. Gleichzeitig wird niemand am ersten Abend in ein enges Korsett gezwungen.

Man kann es so sagen: Der Einstieg ist unverbindlich, aber die Idee ist nicht beliebig. Wer nur einmalige Unterhaltung sucht, findet vielleicht anderswo schneller etwas. Wer aber einen regelmäßigen, humorvollen und kulturellen Freundschaftsraum sucht, für den ist genau diese gewisse Verbindlichkeit ein Vorteil.

Der Weg zu einer Mitgliedschaft folgt einem klaren, festen Ablauf – und ist bewusst als gegenseitige Kennenlernphase angelegt. Wer Schlaraffia ernsthaft kennenlernen möchte, besucht die Gemeinschaft zunächst dreimal als Pilger. Wenn danach auf beiden Seiten grundsätzliches Interesse besteht, folgen sechs weitere Besuche als Prüfling. Erst danach steht eine mögliche Aufnahme im Raum.

  • 3 Besuche als Pilger
  • danach, bei beidseitigem Interesse, 6 weitere Besuche als Prüfling
  • insgesamt also 9 Besuche vor einer möglichen Aufnahme
  • erst danach fällt die Aufnahmeentscheidung – auf beiden Seiten

Es handelt sich also um eine echte gegenseitige Kennenlernzeit, nicht um eine Sofortentscheidung – die ersten Besuche sind dabei in der Regel kostenlos und unverbindlich. Wie dieser Weg vom Gast über den Pilger bis zur möglichen Aufnahme im Einzelnen verläuft, ist auf einer eigenen Seite ausführlich beschrieben.

Was passiert bei einem ersten Besuch?

Ein erster Besuch dient vor allem dem Kennenlernen. Man wird in der Regel empfangen, bekommt den Rahmen erklärt und erlebt einen Abend mit. Dabei muss man nicht sofort alles verstehen. Viele Begriffe, Formen und Rituale wirken beim ersten Mal ungewohnt. Das ist normal.

Wichtig ist nicht, dass man sofort jedes Detail einordnen kann. Wichtig ist die Frage: Fühle ich mich grundsätzlich angesprochen? Macht mich diese Welt neugierig? Kann ich mir vorstellen, wiederzukommen?

Muss ich etwas vortragen?

Nein, nicht beim ersten Besuch. Niemand erwartet, dass ein Gast sofort aufsteht, eine Rede hält, singt oder einen kunstvollen Beitrag liefert. Schlaraffia lebt zwar von Beteiligung, Wortwitz, Kunst und Beiträgen. Aber Beteiligung wächst mit der Zeit.

Wer später Freude daran findet, sich einzubringen, kann das tun. Wer zunächst beobachtet, zuhört und die Atmosphäre aufnimmt, ist ebenfalls richtig unterwegs. Der Einstieg ist kein Leistungstest.

Was ziehe ich an?

Das sollte direkt beim jeweiligen Standort erfragt werden. Für den ersten Besuch gilt meist: gepflegt, respektvoll, unaufgeregt. Schlaraffia ist kein Kostümfest für Gäste. Die besondere Form und Kleidung der Mitglieder gehört zur schlaraffischen Welt, aber Besucher müssen nicht verkleidet erscheinen.

Was sollte ich mitbringen?

Vor allem Offenheit. Schlaraffia erschließt sich nicht, wenn man sie nur mit dem Maßstab gewöhnlicher Vereinslogik betrachtet. Sie ist Spiel, Ritual, Freundschaft, Humor, Sprache, Kultur und bewusste Alltagsflucht zugleich. Wer neugierig ist und nicht erwartet, nach zehn Minuten alles entschlüsselt zu haben, hat gute Voraussetzungen.

Hilfreich sind:

  • Freude an Sprache oder Humor
  • Interesse an Gemeinschaft
  • Bereitschaft, etwas Ungewohntes wirken zu lassen
  • Lust auf einen festen Abend jenseits von Alltag und Bildschirm

Wie läuft der Kontakt ab?

Am einfachsten ist der Weg über die Standortsuche. Dort findet man Schlaraffia-Gemeinschaften in verschiedenen Ländern und Orten. Je nach Standort gibt es eine Website oder eine Kontaktmöglichkeit. Der erste Schritt ist meist eine kurze Nachricht mit dem Hinweis, dass man Schlaraffia kennenlernen möchte.

Ist ein Besuch peinlich oder unangenehm?

Das ist eine verständliche Sorge. Niemand möchte irgendwo auftauchen und sich fehl am Platz fühlen. Gute Gastgeber wissen das. Gerade weil Schlaraffia für Außenstehende ungewöhnlich wirkt, ist ein freundlicher Einstieg wichtig.

Man muss nicht mit Insiderwissen kommen. Man muss nicht bereits die Begriffe kennen. Man muss nicht so tun, als hätte man alles verstanden. Ein erster Besuch ist genau dafür da: schauen, erleben, fragen, einordnen.

Der wichtigste Punkt

Ein Besuch bei Schlaraffia ist kein Vertrag mit der Ewigkeit. Es ist ein erster Schritt in eine besondere Welt. Ob daraus mehr wird, zeigt sich mit der Zeit.

Wer echte Freundschaft, Humor, Kultur, Wortwitz und einen festen Gegenpol zum Alltag sucht, sollte sich diesen ersten Schritt nicht unnötig schwer machen. Manchmal beginnt ein neuer sozialer Ort genau damit: hingehen, schauen, wiederkommen.

Nächster Schritt

Häufige Fragen

Wie läuft ein Besuch ab?
Man kommt als Gast, hört zu und schaut. Der Abend – die Sippung – hat einen festen, humorvollen Rahmen mit künstlerischen Beiträgen. Ein eigener Auftritt wird nicht erwartet.
Muss man etwas vortragen?
Nein. Beiträge sind willkommen, aber freiwillig. Als Gast darf man einfach zuhören.
Ist Schlaraffia ein Verein, ein Geheimbund oder etwas anderes?
Schlaraffia ist ein eingetragener Freundschaftsbund – kein Geheimbund. Die örtlichen Gemeinschaften sind Vereine, das gemeinsame Spiel gibt ihnen den besonderen Rahmen.
Warum ist die Sprache teilweise ungewöhnlich?
Die eigene Begriffswelt gehört zum spielerischen Charakter. Wichtige Wörter erklären wir im Glossar – man muss sie nicht vorher kennen.
Was ist ein Reych, eine Sippung, ein Einritt?
Ein Reych ist eine örtliche Schlaraffia-Gemeinschaft, eine Sippung ihr Vereinsabend, ein Einritt die Aufnahme eines neuen Mitglieds. Mehr im Glossar.
Können Frauen mitmachen?
Schlaraffia ist ein Männerbund. Was das bedeutet, erklären wir offen auf der Seite „Schlaraffia und Frauen“.
Spielen Politik, Religion oder berufliche Interessen bei Schlaraffia eine Rolle?
Nein – jedenfalls nicht als Zweck oder prägendes Thema des gemeinsamen Abends. Schlaraffia versteht sich bewusst nicht als politischer, religiöser oder geschäftlicher Zusammenschluss. Parteipolitische Debatten, religiös-weltanschauliche Auseinandersetzungen und berufliche Eigeninteressen sollen dort nicht den Ton angeben. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Humor, Kunst, Wortwitz und Gemeinschaft.
Wie schreibe ich einem Schlaraffenverein, wenn ich einfach nur neugierig bin?
Du musst keine perfekte Nachricht formulieren. Eine kurze, freundliche und ehrliche Anfrage reicht völlig aus. Schreib einfach, dass du auf den Verein aufmerksam geworden bist, Schlaraffia gern einmal kennenlernen würdest und dich über eine Rückmeldung zu einem möglichen Besuch freuen würdest. Mehr muss eine erste Nachricht nicht leisten.
Muss ich mich für einen ersten Besuch schon festlegen?
Nein. Ein erster Besuch dient gerade dazu, Schlaraffia überhaupt erst kennenzulernen. Du musst dich dabei weder zu einer Mitgliedschaft noch zu weiteren Schritten verpflichten. Erst wenn du nach mehreren Eindrücken merkst, dass dich die Gemeinschaft wirklich interessiert, stellt sich die Frage nach dem weiteren Weg.
Was passiert, wenn ich nach dem ersten Besuch merke, dass es doch nichts für mich ist?
Dann ist das völlig in Ordnung. Genau dafür gibt es die unverbindliche Kennenlernphase. Schlaraffia ist keine Pflichtveranstaltung, sondern ein Angebot zur Begegnung. Wenn du nach einem oder mehreren Besuchen merkst, dass Form, Menschen oder Atmosphäre nicht zu dir passen, musst du dich nicht rechtfertigen.
Wie lange dauert die Pilger- oder Kennenlernphase normalerweise?
Die Kennenlernphase folgt grundsätzlich einem festen Ablauf. In der Regel besucht ein Interessent Schlaraffia zunächst dreimal als Pilger. Wenn danach auf beiden Seiten grundsätzliches Interesse besteht, folgen weitere sechs Besuche als Prüfling. Erst danach steht die Frage einer Aufnahme im Raum. Insgesamt geht es also typischerweise um neun Besuche vor einer möglichen Aufnahme. Wichtig ist dabei: Diese Zeit ist keine Formsache, sondern eine echte gegenseitige Kennenlernphase. Der Interessent prüft, ob Schlaraffia, die Menschen und der jeweilige Verein wirklich zu ihm passen – und der Verein prüft umgekehrt, ob die Gemeinschaft menschlich und kulturell stimmig wirkt.