Zum ersten Mal zu Besuch – was muss ich wissen?

Der erste Besuch bei Schlaraffia ist für viele eine kleine Reise in unbekanntes Gelände. Man hat vielleicht schon etwas gelesen, vielleicht ein paar Bilder gesehen, vielleicht Begriffe gehört, die ungewohnt klingen. Und trotzdem bleibt die Frage: Was passiert da eigentlich – und wie verhalte ich mich als Gast?

Die gute Nachricht: Du musst beim ersten Besuch nicht alles wissen. Du musst keine besondere Sprache beherrschen, nichts vortragen, keine Rolle spielen und keine Prüfung bestehen. Ein erster Besuch ist genau dafür da: schauen, erleben, fragen und herausfinden, ob dich diese besondere Welt neugierig macht.

Vignette: der erste Besuch bei Schlaraffia

Vor dem Besuch: Kontakt aufnehmen

Der erste Schritt ist normalerweise eine kurze Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Standort. Über die Standortsuche findest du Schlaraffia-Gemeinschaften in verschiedenen Ländern und Orten. Dort lässt sich klären, ob und wann ein Besuch möglich ist.

Schreibe einfach, dass du Schlaraffia kennenlernen möchtest. Mehr braucht es am Anfang nicht.

Muss ich mich vorbereiten?

Nicht umfangreich. Es hilft, wenn du vorher grob weißt, dass Schlaraffia eine humorvolle Freundschaftsgemeinschaft mit eigener Spielwelt ist. Mehr musst du nicht mitbringen.

Du musst keine Begriffe auswendig lernen. Du musst nicht wissen, was jedes Ritual bedeutet. Du musst nicht perfekt vorbereitet erscheinen. Offenheit reicht.

Was ziehe ich an?

Das kann je nach Standort unterschiedlich sein. Für einen ersten Besuch ist gepflegte, respektvolle Kleidung meistens die richtige Richtung. Es geht nicht darum, sich zu verkleiden. Gäste erscheinen nicht als fertige Schlaraffen und sollen auch nicht so tun.

Wenn du unsicher bist, frag vorher kurz nach. Das ist völlig normal.

Was passiert am Anfang?

Du wirst in der Regel begrüßt und eingeführt. Jemand erklärt dir, was dich ungefähr erwartet. Viele Dinge wirken beim ersten Mal ungewohnt: Begriffe, Abläufe, Rollen, Formulierungen. Das ist kein Fehler. Schlaraffia ist bewusst anders als der Alltag.

Du darfst beobachten. Du darfst fragen. Du musst nicht sofort alles einordnen.

Muss ich etwas sagen oder vortragen?

Nein. Als Gast musst du beim ersten Besuch nichts vortragen. Niemand erwartet eine Rede, ein Gedicht, ein Lied oder einen witzigen Beitrag.

Schlaraffia lebt zwar davon, dass Mitglieder sich mit Humor, Kunst, Wortwitz oder kleinen Beiträgen einbringen. Aber das ist nichts, was ein Gast sofort leisten muss. Erst einmal geht es ums Kennenlernen.

Was, wenn ich nichts verstehe?

Dann geht es dir wie den meisten. Beim ersten Abend muss nicht jedes Detail klar sein – wichtiger ist der Gesamteindruck. Wie man mit dieser anfänglichen Unsicherheit innerlich gelassen umgeht, ist auf der Seite „Zum ersten Mal bei Schlaraffia – was dich erwartet“ ausführlich beschrieben.

Was bei Schlaraffia nicht im Mittelpunkt steht

Wer Schlaraffia besucht, muss keinen Abend voller politischer Debatten, religiöser Grundsatzfragen oder geschäftlicher Eigenwerbung erwarten. Schlaraffia versteht sich bewusst nicht als Ort für parteipolitische Auseinandersetzungen, weltanschauliche Missionierung oder berufliches Netzwerken. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Gemeinschaft, Humor, Kultur, Wortwitz und ein gemeinsamer Abend, der bewusst Abstand zum üblichen Alltagsbetrieb schafft.

Worauf sollte ich achten?

Achte weniger auf einzelne Begriffe und mehr auf das Gesamtgefühl:

  • Wird man freundlich aufgenommen?
  • Gibt es Humor, der dich anspricht?
  • Spürst du Gemeinschaft?
  • Entsteht Neugier?
  • Kannst du dir vorstellen, wiederzukommen?
  • Wirkt der Abend wie ein echter Gegenpol zum Alltag?

Diese Fragen sind wichtiger als die sofortige Erklärung jedes Details.

Darf ich kritisch sein?

Natürlich. Ein erster Besuch ist keine Werbeveranstaltung, bei der du alles großartig finden musst. Schlaraffia ist eigenwillig. Manche Dinge wirken beim ersten Mal fremd. Das darf so sein.

Kritisch zu sein ist kein Problem. Entscheidend ist, ob neben der Irritation auch Interesse entsteht. Wenn dich etwas gleichzeitig wundert und neugierig macht, lohnt sich oft ein zweiter Besuch.

Was passiert nach dem ersten Besuch?

Das hängt vom jeweiligen Standort und von deinem Eindruck ab. Vielleicht möchtest du noch einmal kommen. Vielleicht hast du Fragen. Vielleicht merkst du, dass es nicht passt. Alles davon ist in Ordnung.

Schlaraffia ist keine Entscheidung, die man nach einem Abend erzwingen muss. Wenn es passt, wächst es mit Wiederholung.

Der wichtigste Rat

Komm nicht mit dem Anspruch, sofort alles zu verstehen. Komm mit der Bereitschaft, etwas Ungewöhnliches wirken zu lassen.

Schlaraffia erklärt sich nicht vollständig im Voraus. Sie zeigt sich im Erleben: in der Atmosphäre, im Humor, in den Menschen, im gemeinsamen Abend. Genau deshalb lohnt sich der erste Besuch.

Nächster Schritt

Häufige Fragen

Wie läuft ein Besuch ab?
Man kommt als Gast, hört zu und schaut. Der Abend – die Sippung – hat einen festen, humorvollen Rahmen mit künstlerischen Beiträgen. Ein eigener Auftritt wird nicht erwartet.
Muss man etwas vortragen?
Nein. Beiträge sind willkommen, aber freiwillig. Als Gast darf man einfach zuhören.
Ist Schlaraffia ein Verein, ein Geheimbund oder etwas anderes?
Schlaraffia ist ein eingetragener Freundschaftsbund – kein Geheimbund. Die örtlichen Gemeinschaften sind Vereine, das gemeinsame Spiel gibt ihnen den besonderen Rahmen.
Warum ist die Sprache teilweise ungewöhnlich?
Die eigene Begriffswelt gehört zum spielerischen Charakter. Wichtige Wörter erklären wir im Glossar – man muss sie nicht vorher kennen.
Was ist ein Reych, eine Sippung, ein Einritt?
Ein Reych ist eine örtliche Schlaraffia-Gemeinschaft, eine Sippung ihr Vereinsabend, ein Einritt die Aufnahme eines neuen Mitglieds. Mehr im Glossar.
Können Frauen mitmachen?
Schlaraffia ist ein Männerbund. Was das bedeutet, erklären wir offen auf der Seite „Schlaraffia und Frauen“.
Spielen Politik, Religion oder berufliche Interessen bei Schlaraffia eine Rolle?
Nein – jedenfalls nicht als Zweck oder prägendes Thema des gemeinsamen Abends. Schlaraffia versteht sich bewusst nicht als politischer, religiöser oder geschäftlicher Zusammenschluss. Parteipolitische Debatten, religiös-weltanschauliche Auseinandersetzungen und berufliche Eigeninteressen sollen dort nicht den Ton angeben. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Humor, Kunst, Wortwitz und Gemeinschaft.
Wie schreibe ich einem Schlaraffenverein, wenn ich einfach nur neugierig bin?
Du musst keine perfekte Nachricht formulieren. Eine kurze, freundliche und ehrliche Anfrage reicht völlig aus. Schreib einfach, dass du auf den Verein aufmerksam geworden bist, Schlaraffia gern einmal kennenlernen würdest und dich über eine Rückmeldung zu einem möglichen Besuch freuen würdest. Mehr muss eine erste Nachricht nicht leisten.
Muss ich mich für einen ersten Besuch schon festlegen?
Nein. Ein erster Besuch dient gerade dazu, Schlaraffia überhaupt erst kennenzulernen. Du musst dich dabei weder zu einer Mitgliedschaft noch zu weiteren Schritten verpflichten. Erst wenn du nach mehreren Eindrücken merkst, dass dich die Gemeinschaft wirklich interessiert, stellt sich die Frage nach dem weiteren Weg.
Was passiert, wenn ich nach dem ersten Besuch merke, dass es doch nichts für mich ist?
Dann ist das völlig in Ordnung. Genau dafür gibt es die unverbindliche Kennenlernphase. Schlaraffia ist keine Pflichtveranstaltung, sondern ein Angebot zur Begegnung. Wenn du nach einem oder mehreren Besuchen merkst, dass Form, Menschen oder Atmosphäre nicht zu dir passen, musst du dich nicht rechtfertigen.
Wie lange dauert die Pilger- oder Kennenlernphase normalerweise?
Die Kennenlernphase folgt grundsätzlich einem festen Ablauf. In der Regel besucht ein Interessent Schlaraffia zunächst dreimal als Pilger. Wenn danach auf beiden Seiten grundsätzliches Interesse besteht, folgen weitere sechs Besuche als Prüfling. Erst danach steht die Frage einer Aufnahme im Raum. Insgesamt geht es also typischerweise um neun Besuche vor einer möglichen Aufnahme. Wichtig ist dabei: Diese Zeit ist keine Formsache, sondern eine echte gegenseitige Kennenlernphase. Der Interessent prüft, ob Schlaraffia, die Menschen und der jeweilige Verein wirklich zu ihm passen – und der Verein prüft umgekehrt, ob die Gemeinschaft menschlich und kulturell stimmig wirkt.